Eine Vision wird Realität
Weltrekorde und Superlative waren das Ergebnis – doch bis das Riesenprojekt, die Verhüllung des Bayer-Verwaltungsgebäudes in Leverkusen zur größten Aspirin®-Schachtel der Welt, am 6. März 1999 realisiert war, galt es, die unterschiedlichsten Unwägbarkeiten auszuräumen. Die Mega-Schachtel bereitete – zugegeben – auch dem Makom-Projektteam einige „Kopfschmerzen“ bis zum Happy End. Hier die Geschichte eines Mega-Events, auf das wir heute noch mit Stolz zurückblicken.
Der Auftrag
Die Bayer AG feiert ein Jubiläum: Mit einer 22.500 m² großen Umhüllung möchte der Konzern dem berühmtesten Kopfschmerzmittel zum 100. Geburtstag am 6. März 1999 ein besonderes Denkmal setzen.
Die Herausforderung
Binnen 4 Monaten musste eine Lösung entwickelt und produziert werden – für eine Idee, deren Dimension alles bisher Dagewesene sprengte. Die Forderung, keinerlei Eingriffe an der Bausubstanz vorzunehmen, erschwerte die Aufgabe zusätzlich, ebenso die vielfältigen Sicherheitsauflagen. Da rings um das Gebäude 60 cm Versorgungsschächte abstehen, musste ein Befestigungssystem die unebene Front ausgleichen und den festen Sitz der Hülle auch ohne direkten Wandkontakt gewährleisten. Die Hülle musste den Wind- und Wetterlasten in 130 m Höhe standhalten, horizontale und vertikale Sogkräfte ableiten und Innendruck auf die Fensterfront vermeiden.
Das Konzept
Nach intensiven Analysen entwickelte Makom-Chefkonstrukteur Raimund Apel gemeinsam mit Geschäftsführer Michael (MiKi) Lazar das einzigartige Tragwerk: Die Mega-Schachtel wurde von 48 luftgefüllten Schläuchen gestützt, die auf den Laufschienen des Fassadenaufzugs saßen und vom Dach aus mit Dauergebläsen gefüllt wurden. Ein Stahlkranz auf dem Dach gab Schläuchen und Planen Halt, Spanngurte und eigens entwickelte Klemmen auf vorstehenden T-Profilen sorgten ohne eine einzige Bohrung für Stabilität. Die Hülle aus feinem Netzgewebe reduzierte die Windlast; zwischen Gebäude und Hülle entstand ein Luftkissen, das die Windkräfte pufferte.
Die Realisation
Auf dem Dach wurde ein durchgängiger Stahlkranz installiert, der gut 80 cm über die Dachkante hinausragt. Das Material wurde in sondergefertigten Packtaschen Stück für Stück an der Wand herabgelassen, die Bahnen an den T-Trägern verspannt und per Reißverschluss bündig miteinander verbunden. Zum Schluss wurden die Stützschläuche über die Gebläsesteuerung auf dem Dach aufgeblasen.
Just in time
Um pünktlich zum 100. Geburtstag fertig zu werden, arbeiteten in den letzten 10 Tagen bis zu 4 Bauleiter, über 30 Bergsteiger, 15 Stahlbauer, 20 Sicherheits- und Montagehelfer, 2 Projektmanager und 12 Hilfskräfte vor Ort. In der Konfektion wurde mit bis zu 22 Personen rund um die Uhr im Schichtbetrieb genäht; die fertigen Bahnen wurden direkt vom LKW aus montiert. Die letzte Fläche kam am Samstagmorgen um 6 Uhr – und das Team kämpfte dabei mit Sturmwarnungen bis Windstärke 11.
Der Rekord in Zahlen
- 22.500 m² PVC-Netz in 32 Motivbahnen
- Jede Bahn 675 m² groß, ca. 250 kg schwer, 120 m lang
- 2.000 m² digital gedruckte Aspirin®-Tabletten, aufgenäht und verschweißt
- Vergrößerungsfaktor der Tabletten: 187.000 % – von 2,3 cm auf rund 43 m





